Vereinsgeschichte

Am 1. Juli 1924 wurde in Enkenbach erstmals eine Musikkapelle gegründet.

Der damalige Pfarrer Heinrich Martin und Sänger des Kirchenchores bemühten sich in der Notzeit nach dem 1. Weltkrieg, Geld zusammenzubringen für die Verpflichtung einer auswärtigen Kapelle zur Verschönerung des Fronleichnamsfestes. Das gelang ein Jahr nach der Überwindung der Inflation nur sehr unvollkommen. Plötzlich tauchte der Gedanke der Selbsthilfe auf.

In Enkenbach erteilte damals der Musiklehrer Hermann Grob privaten Violinunterricht.  Als ehemaliger Bläser einer Militärkapelle freute ihn der Gedanke einer Blaskapellengründung außerordentlich.  Er erklärte sich bereit, die Ausbildung der Musiker zu übernehmen.

Schließlich gründeten 18 Männer die „Katholische Vereinskapelle Enkenbach“.

Von links nach rechts: sitzend: Alois Lorenz, Fritz Gundall, Philipp Schäffler, Eugen Kronenberger, Albert Geiger, Adam Relle. stehend, 1. Reihe: Otto Doll, Josef Roth, Johannes Helf, Philipp Schramm, Alois Schäffler, Herrmann Grob, Stefan Kaiser, Edmund Sauer, Heinrich Geiger, Ludwig Kronenberger stehend, 2. Reihe: Norbert Schattner, Josef Wiemer, Johann Schäffler, Heinrich Baldauf

In den Statuten steht unter anderem, dass der jeweilige katholische Pfarrer von Enkenbach Präses der Kapelle ist. Außerdem sind die Tage des Kirchenjahres festgelegt, an denen die Blaskapelle ehrenamtlich zur Gestaltung der kirchlichen Feiern beiträgt.

Die Gründungsmitglieder übernahmen als freiwilliges Opfer die Kosten für die Ausbildung und die Kosten für die Anschaffung der Instrumente. Damit die Instrumente sofort gekauft werden konnten, beschaffte Herr Pfarrer Martin das notwendige Geld, das von den Musikern nach und nach wieder zurückgezahlt wurde. Pfarrer Martin selbst stiftete einen Bariton und einen Tambourstab, der Fabrikant Jakob Heger das Schlagzeug. Das praktische Musizieren konnte nun beginnen. Schon im Jahre 1925 konnte die Blaskapelle die musikalische Umrahmung der festgelegten kirchlichen Feste übernehmen.

Auch für die Anliegen der politischen Gemeinde und der örtlichen Vereine fühlte sich die Katholische Vereinskapelle Enkenbach verantwortlich. Ein erster Erfolg waren die Festveranstaltungen des Radfahrvereins und des Sportvereins im Jahre 1926. Wer die politische und wirtschaftliche Lage im ersten Jahrzehnt nach der Gründung der KVK betrachtet, muss den Gründungsmitgliedern eine gehörige Portion Optimismus und Durchhaltevermögen bescheinigen. Ihr nächstes Umfeld und Ihre geistige Heimat fand die Kapelle in der Katholischen Kirchengemeinde. Diese Bindung brachte der Kapelle im zweiten Jahrzehnt Ihres Bestehens bestimmt keine Vorteile im öffentlichen Leben, dafür aber einen starken geistigen Rückhalt. Ein satzungsgemäß nicht sehr straff organisierter Verein und großes Geschick der Vereinsführung haben die Kapelle vor der Auflösung oder Gleichschaltung bewahrt. Im zweiten Weltkrieg füllte man die gelichteten Reihen mit jungen und ganz jungen, schnell herangebildeten Kräften auf. Die Kapelle war immer spielbereit.

Der bei der Gründung gewählte Vorsitzende Edmund Sauer leitete die KVK 55 Jahre lang. Zu einem ganz großen Teil verdankt die Kapelle ihm das, was sie heute ist. Von den übrigen Vorstandsmitgliedern sei stellvertretend Josef Wiemer genannt. Er hatte über 30 Jahre lang das Amt des Kassenführers und Notenwartes inne.

Die Verdienste der Gründungsmitglieder wurden erst in den 70er-Jahren nach und nach gewürdigt.

Die Gründungsmitglieder im Jahr 1974: Von links nach rechts: 1. Reihe: Heinrich Geiger, Josef Wiemer, Eugen Kronenberger, Fritz Gundall 2. Reihe: Otto Doll, Edmund Sauer, Adam Relle, Josef Roth

Zu ihrem 80. Geburtstag erhielten Edmund Sauer, Eugen Kronenberger und Josef Wiemer jeweils eine Dankesurkunde des Bischofs von Speyer. Im Jahre 1979 verlieh ihnen der Landesmusikverband Rheinland-Pfalz eine Fördermedaille. Edmund Sauer wurde für seine langjährige Tätigkeit 1975 die Bundes-Förder-Medaille am Band in Gold des Deutschen Volksmusikerverbandes und 1982 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz überreicht.

Die KVK war bis 1979 eine Art kirchlicher Verein. Das Vereinsleben richtete sich nach den Statuten, die vom Gründungspräses entworfen und von den Gründungsmitgliedern verabschiedet wurden. Nun war es an der Zeit, das Eigenleben eines modernen Vereins zu führen, ohne die kirchlichen Bindungen aufzugeben. In der Mitgliederversammlung im April 1979 wurde eine neue Satzung verabschiedet und der Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht Kaiserslautern veranlasst. Die KVK hatte somit eine neue Rechtsform. Nach und nach haben sich nun auch passive – fördernde – Mitglieder dem Verein angeschlossen.

Die KVK gehört dem Kreismusikverband Kaiserslautern an und über diesen dem Landesmusikverband Rheinland-Pfalz an.

Vorsitzende

  • 1924 – 1979, Edmund Sauer
  • 1979 – 1995, Franz Sauer
  • 1995 – 2015, Frank Wißmann
  • 2015 – heute, Dr. Stefan Kronenberger

Dirigenten

  • 1924 – 1928, Hermann Grob
  • 1928 – 1968, Eugen Kronenberger
  • 1968 – 1970, Friedrich Gundall
  • 1970 – 1990, Josef Janson
  • 1990 – 2008, Werner Mistler
  • 2008 – 2015, Dr. Stefan Kronenberger
  • 2015 – heute, Frank Wißmann