Konzert 2006

Einfühlsame Melodien und rasante Rhythmen
Frühjahrskonzert der Katholischen Vereinskapelle – Von Mozart bis zu Rock Classics

(Rezension von Jürgen Steinmann, Die Rheinpfalz, 05. April 2006)

In der Rudi-Müller Turnhalle war am Sonntag kaum mehr ein Platz zu finden. Die Katholische Vereinskapelle (KVK) Enkenbach hatte die Besucherschar angelockt und präsentiert unter ihrem musikalischen Leiter Werner Mistler einmal mehr ein Frühjahrskonzert mit außergewöhnlichen Hörerlebnissen.

Höhepunkte waren die Werke des Schweizers Franco Cesarini und des Teams Mike Batt und Roland Kreid. Von letzteren stammt die Filmmusik aus „Caravans“. Das kommerziell kaum beachtete orientalische angehauchte Wüstenepos, das mit einem Filmmusikpreis ausgezeichnet wurde, fand auch in Enkenbach Gefallen. Die Idee, Landschafts- und Begegnungsbilder in Musik umzusetzen, entstand auf einer Jordanien-Reise von KVK- Mitgliedern. Dynamisch ausgewogen, vibrierend und mit raunendem Blech kam eine packende Atmosphäre auf.

Schnelle Läufe und Fanfarenstöße, Siegestaumel schlechthin, durchzogen den Triumphmarsch aus „Aida“. Die Lausbubenstreiche von Tom Sawyer und Huck Finn hat Franco Cesarini in eine Suite verarbeitet. Frech, fröhlich und romantisch, im Ragtanz übermütig und ausgelassen. wurde die Charaktere treffen nachgezeichnet.

Begonnen hatte man das Konzert mit einem Menuett zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart. Frisches tempogeladenes Spiel, feine Echowiedergaben und lustvolle Zwiegespräche zwischen Klarinetten und Flöten waren das durchgehende Markenzeichen. Facettenreich und ausdrucksstark hörte man Ausschnitte aus Andrew Lloyd Webber „Jesus Christ Superstar“. Oft kopiert und nie erreicht wird das Ensemble „Canadian Brass“. Die Solisten Johannes Kronenberger (Tompete), Sebastian Kronenberger (Posaune) und Sebastian Burkart (Klarinette) verliehen dem Sklavenlied „Amazing Grace“ eine eigene Note.

Ansehnlich gewachsen ist auch die Jugendkappelle der KVK. „Ice Cream“ rückte unter Jugendleiter und Dirigent Stefan Kronenberger in den Mittelpunkt. Zahlreiche Einzelspieler meisterten die Dixierhythmen mit Bravour, und auch das Beatles-Medley hatte Drive.

In der Tradition englischer Blasmusik, doch mit modernen Zügen, spielte das Hauptorchester den Konzertmarsch „Arsenal“ von Jan van der Roost. Melanie Gimbels sensibles Flötenspiel legte bei „Erzählungen aus Irland“ von Ivo Kouwenhofen keltische Einflüsse frei. Für „Riverdance“-Spannung sorgte die rasante aufspielende Rhythmusgruppe. Und bei den „Rock-Classics“ von Eric Clapton bis zur Spencer Davis Group verlieh das tiefe Blech dem Ganzen raffinierte Tiefe.

Für 50 Jahre Vereinstreue wurden Gerhard und Guido Sauer zu Ehrenmitgliedern ernannt. Seit 1956 hätten sie ihr Leben der Musik verschrieben, würdigte Vorsitzender Frank Wissmann ihr Engagement. Eine weitere Auszeichnung ging an die Jungmusiker David van der Auwera und Sebastian Kronenberger, die beim Vorentscheid zum Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ den dritten Platz belegten.