Konzert 2007

Von Klassik bis Jazz ist alles dabei
Katholische Vereinskapelle beweist ihr Können beim Frühjahrskonzert

(Die Rheinpfalz, osw, Nr. 73 vom 27. März 2007)

Mit dem traditionellen Frühjahrkonzert bewies die katholische Vereinskapelle Enkenbach wieder einmal ihren hohen Leistungsstand und dass sie in der Lage ist, mehr als nur ein Konzert zu gestalten.

Der Auftritt in der Rudi-Müller-Halle zeigte lediglich einen Ausschnitt des Könnens. Neben Saalkonzerten gehören zu den alljährlichen Terminen auch Umzüge und Standkonzerte wie die musikalische Gestaltung der Enkenbacher Kuckuckskerwe.

Dass sich auch Blasmusik wandelt, zeigte Vorsitzender Frank Wissmann, der von einem Plakat vom 19. Mai 1957 die Musikstücke verlas. Heute ist die Blasmusik geprägt durch Blues und Swing, Beat und moderne Kompositionen. Dennoch galt damals wie heute: Die Freude an der Musik in der Gemeinschaft ist das Motiv für die Musiker.

Passend zum Anlass präsentierte die Gastronomie gebackene Notenschlüssel. Auch der Nachwuchs kam zu Ehren und überzeugte unter der Leitung des Dirigenten Stefan Kronenberger. Durch das Programm der Kapelle führte der erfahrene Dirigent Werner Mistler mit Informationen zum Musikstück, seiner Herkunft und dem Komponisten.

Mit dem Figaro-Marsch von Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete die Vereinskapelle das rund zweistündige Konzert und bewies gleich zu Beginn ihr für eine Laiengruppe außergewöhnliches Können. Rund 5o Musiker verstanden es, das von Werner Mistler für Blasorchester bearbeitete „L’Arlesienne“ von Georges Bizet zu präsentieren. Gerade die zweite Suite ließ das harmonische Zusammenspiel zwischen den einzelnen Klangkörpern erkennen. „The Rose“ von Amanda Mc Broom gilt als eine der schönsten Balladen und stammt aus dem gleichnamigen Liebesfilm.

Auf den persischen Markt begab sich die Vereinskapelle nach einer Vorgabe von Albert Ketelbey, der bei seiner Notensetzung zum Jazz tendierte. Zum Jazz-Standard „Caravan“ von Duke Ellington klatschten die gerade nicht spielenden Aktiven den Rhythmus mit und animierten dabei die Zuhörer zum Mitwirken. Schwungvoll ging es auch in den zweiten Abschnitt mit goldenen Hits der 6oer Jahre nach einem Arrangement von Steve Mc Millan. Die mexikanische Spielweise wurde deutlich beim „Porgy and Bess“ von George Gershwin, die etwas angereichert ist vom amerikanischen Jazz.

Mit Frank Wißmann hat der Klangkörper einen Solisten, der es versteht, Blasmusik auch dem Laien näher zu bringen. Das „La Novia“ oder „Die Braut“ von Joaquin Prieto dürfte den Besuchern noch lange in Erinnerung sein. Bei jüdischen Anlässen wie dem „Husid’l“ oder Hochzeitstanz gab es die Klezmer-Musik aus Rumänien, die auch in Enkenbach ihre Zustimmung fand. Rückblickend auf die 8oer Jahre gab es ein Medley aus bekannten Melo-dien bis hin zur Filmmusik. Ein paar Jahre älter sind die Arrangements aus England, die das damalige Leben und die Liebe der 5oer Jahre mit Noten beschreiben. Mit Xings of Swing“ von Dick Ravenal und den Solisten Steffen Mertel und Jürgen Sauer schloss sich der Kreis rhythmischer und rasanter, aller auch gediegener und nachdenklicher Musik. Doch die Begeisterung beim Publikum war so groß, dass der Wunsch nach Zugaben noch erfüllt wurde.

Dirigent Stefan Kronenberger vermittelt der Jugendkapelle derart viel Spaß, dass sie mit Begeisterung bei den Proben ist. Das Ergebnis stellten die Jugendlichen mit dem „Beat, Blues & Sing“ von Koen Pletinckx ins Rampenlicht. Das dreigeteilte Stück enthielt hohe Anforderungen an einen Klangkörper, der es verstand zu über-zeugen. Gelungen ist den rund 3o jungen Musikern auch das moderne Märchen aus der „Star Wars Episode“ mit teils träumerischer Musik. Moderiert wurden die Beiträge der Jugendkapelle von Vanessa Andre.