Konzert 2011

Bunter Mix von Rock und Klassik
Katholische Vereinskapelle beweist ihr Können beim Frühjahrskonzert.

(Die Rheinpfalz, Nr. 87 vom 13. April 2011)

Besser ließ sich das Wesen der Musik nicht auf den Punkt bringen: “Musik verbindet Tradition und Moderne, Generationen und Stile. Musik beschreibt Länder und Regionen, Landschaften und Stimmungen.” Unter diesem Motto stand das Frühjahrskonzert der Katholischen Vereinskapelle Enkenbach.

Die Rockband “Fused”, die sich auch selbst gern als “Rockfeinschmecker” bezeichnet, fand neben dem großen Orchester ebenso ihren Platz wie die Jugendgruppe “Music Masters”. Sie präsentierten James-Bond-Melodien, Hits von “Queen” ebenso wie Walzer- und Marschmusik.

Neue Wege hat der musikalische Leiter Stefan Kronenberger beschritten und sich damit gesellschaftlichen Veränderungen gestellt. “Warum stürmen junge Leute heute die Musikarenen? Warum finden sie Rockgruppen so gut?”, fragte er sich und brachte Bands und Orchester mit ein bisschen Überzeugungsarbeit zusammen. Der Vorstoß war von Erfolg gekrönt, wie der tosende Applaus des Publikums und die Spielfreude der Musiker bewies.

Von den High Notes der Orchestertrompeter angetrieben, mit wummernden Gitarrenriffs und Schlagzeugsoli der Rockbandgruppe (Stefan Ahme, Patrick Müller, Johannes Kronenberger, Martin Drumm) begann der Abend. Zum Auftakt gab es die Erkennungsmelodie der “Rocky”- Filme. Spannend arrangiert, diesmal mit dem groovenden Sänger Timo Zühlke, war “Symphonic Rock” mit Hits von “Queen” und “Genesis”. “We are the champions” tönte es wie zur Bestätigung im kräftig rockenden Finale. Verführerisch und schmeichlerisch wie eine Katze sang Nadja Krill-Sprengart die Melodie aus dem gleichnamigen James-Bond-Film “The world is not enough”. Band und Orchester verstanden es, das Gefühl von Schwerelosigkeit einzufangen. Mit Hippie-Gesang in Hippie-Kleidern gab es Kostproben aus dem Musical “Hair” mit “Hare Krishna”, “Good morning starshine” und “Let the sunshine in”.

An der Rhythmus gebenden Schlagzeug- und Percussionsgruppe orientierten sich Flötenregister sowie Blech- und Tubabläser der Jugendkapelle “Music Masters”. Für den “Queen” – Hit “We will rock you” hatten sie sich begeistert. Weiche Klarinettenklänge leiteten “Caribbean Impressions” von Steve Hagedorn ein. Stefan Kronenberger dirigierte den Nachwuchs, bei dem sich – als einer der größten regionalen Jugendabteilungen – eigene und externe Ausbilder die Arbeit teilen.

Als spektakulär erwies sich “Tales from lreland”: Hier wechselten sich nach dem Einsatz einer Soloflöte furiose Rhythmen mit langsamen Passagen ab. Stepp-Tanz-Folgen, die das Klacken der Schuhe symbolisierten, sorgten für das typische Flair der herben, grünen Insel. Tremolierende Flöten unterstrichen den folkloristischen Ansatz.

Ins “Romantische Mittelrheintal” entführte eine gleichnamige Komposition des früh verstorbenen Bundeswehr-Hornisten Manfred Schneider. Ein anspruchsvolles Stück im von Kees Vlak bevorzugten lateinamerikanischen Stil war “El Paso Monatanesa” – eine viersätzige Suite: Ausgefeilte Tonintervalle zeichneten vor allem die Sätze Paso Doble, Monatanesa und Fandango aus.

Als einer der meistgespielten Komponisten gilt der Niederländer Jacob de Haan. Das Stück “Oregon” entführte mit pfeifenden Flöten, Pferde symbolisierenden Trommelwirbeln und Staccato-Trompeten auf eine Dampfeisenbahnreise durch den US-Staat. Das Lebensgefühl einer ganzen Stadt fing der Marsch “Berliner Luft” ein. Als Zugaben gab es in Form dynamischen Mitklatschens den “Radetzky-Marsch” sowie “Thank You for the music” von “Abba”. Damit demonstrierten die Akteure ein letztes Mal, wie vielfältig kombinierbar Musik ist.