KVK in der Rheinpfalz; Nr. 78 vom 2.4.2014

Stets mit der Zeit gegangen

Katholische Vereinskapelle feiert 90-jähriges Bestehen – Jubiläumskonzert am Sonntag

Eine Reise durch die Geschichte verspricht das Jubiläumskonzert der Katholischen Vereinskapelle Enkenbach am Sonntag, 19 Uhr, in der Rudi-Müller-Turnhalle Enkenbach. Los ging es vor 90 Jahren als Kirchenkapelle, dann folgte der Wandel über eine Dorfgemeinschafts- und Blasmusikkapelle bis zum modernen sinfonischen Blasorchester.

Am 1.Juli 1924 gründeten 18 Männer die erste Blaskapelle im Ort. Zur Ehre Gottes und zur Verschönerung des Fronleichnamsfestes sollten die Musiker aufspielen. Da Geld nach dem Ersten Weltkrieg nicht zur Verfügung stand und man eine auswärtige Kapelle nicht verpflichten konnte, war unter Pfarrer Heinrich Martin der Entschluss zur Selbsthilfe gereift. Darüber freute sich auch Musiklehrer Hermann Grob. Er erklärte sich dazu bereit, die Ausbildung der Blasmusiker zu übernehmen.

Schnell kamen andere Kirchenfeste hinzu, die von der KVK, wie sie heute kurz genannt wird, mitgestaltet wurden. Kosten für Ausbildung und die Anschaffung der Instrumente trugen die Mitglieder überwiegend selbst. Auch für die Anliegen der Gemeinde und örtlicher Vereine zeigte man sich offen. Die geistige Bindung an die katholische Kirchengemeinde, ein satzungsmäßig nicht sehr straff geführter Verein und das Geschick der jeweiligen Führungskräfte bewahrten die Kapelle vor Auflösung und Gleichschaltung. Mit jungen musizierwilligen Spielern wurden lichte Reihen aufgefüllt. So war man auch während des Zweiten Weltkriegs spielbereit.

Dankesurkunde des Bischofs von Speyer und Fördermedaillen des Landesmusikverbandes erhielten zu ihrem 80. Geburtstag Edmund Sauer, Vorsitzender von 1924 bis 1979, Eugen Kronenberger (Dirigent von 1928 bis 1968) und Josef Wiemer (langjähriger Kassenführer und Notenwart). Die Bundes-Förder-Medaille am Band in Gold des Deutschen Volksmusikerverbandes und die Ehrennadel von Rheinland-Pfalz wurde zudem Edmund Sauer zuteil.

Auf Gründungsvorstand Edmund Sauer folgten von 1979 bis 1995 Franz Sauer und seit 1995 bis heute Frank Wißmann. Den musikalischen Takt bestimmten seit Grob und Kronenberger Friedrich Gundall (1968 bis 1970), Josef Janson (1970 bis 1990), Werner Mistler (1990 bis 2008) und – womit sich der Kreis vorerst schließt – seit 2008 Stefan Kronenberger, ein Enkel des früheren Dirigenten.

Unter ihrer Agide hat die Vereinskapelle ihr Spektrum immens erweitert. Während sich die kirchliche Tradition bis heute gehalten hat, kleidete man den Verein 1979 in eine neue Rechtsform. Als eingetragener Verein hat die Kapelle viele passiv fördernde Mitglieder hinzugewonnen. Bestimmten früher Adaptionen klassischer Werke, volkstümliche Musik und Märsche das Programm, kamen mit der Zeit immer mehr sinfonische Stücke hinzu. Statt einer Streicherbesetzung wartet die KVK heute mit einer umfangreichen und klangvollen Percussionabteilung auf.

Auch außergewöhnliche Ideen hat die Vereinskapelle schon umgesetzt. Zu Händels „Feuerwerksmusik“ und professionellem Feuerzauber fand 2009 auf dem Rathausplatz eine glanzvolle Serenade statt. Rockmusik präsentierte man 2011 zusammen mit der Gruppe „Fused“ aus Enkenbach. Großen Wert legt die KVK auf die Nachwuchsarbeit. Mädchen und Jungen werden einzeln oder in Kleingruppen ausgebildet, bevor sie ihren ersten Auftritt in der Jugendkapelle „Music Masters“ haben. Seit 2013 leitet die 18-jährige Trompeterin Dorothea Baumgarten den über 30 Jugendliche zählenden Kader. 61 aktive Mitglieder zählt derzeit das große K\/K-Orchester. (jst)

INFO

  • Am Samstag, 13. September, 18 Uhr, folgt ein Festgottesdienst in der Klosterkirche und um 20 Uhr ein bunter Jubiläumsabend in der TurnhaIle.
  • Am Sonntag, 28. September, 18 Uhr, gibt es die Aufführung „Bremer Stadtmusikanten“ der Jugendkapelle und Turnerjugend in derTurnhalle.
  • Am Sonntag, 16. November, 18 Uhr, werden die Feierlichkeiten mit einem Kammermusikalischen Konzert der KVK im Heinrich-Brauns-Haus abgeschlossen.