Wenn die Finger schnippen

Frühjahrskonzert der Katholischen Vereinskapelle

VON JÜRGEN STEINMANN
Die Rheinpfalz – Nr. 70 vom 24. März 2015

Original symphonische Blasmusik, weltbekannte Melodien und Märsche bot die Katholische Vereinskapelle Enkenbach am Sonntag. Ein Programm ganz nach dem Gusto von Stefan Kronenberger, der an diesem Sonntagnachmittag zum letzten Mal bei einem Frühjahrskonzert am Dirigentenpult stand.

Seit 2008 dirigiert Kronenberger die Vereinskapelle. „Jetzt sollen andere ran“, begründete er seine Entscheidung, dass mit fast 60 Jahren Schluss ist. Nachfolger Frank Wißmann sicherte er vollste Solidarität zu. Derzeit liefen die Vorbereitungen für eine geordnete Übergabe. Nach der Enkenbacher Kerwe und einem Auftritt im Kaiserslauterer Volkspark sei es dann endgültig so weit.

Orchestralen Glanz und Klangentfaltung bargen Alfred Bösendorfers pastorale „Deutschlandbilder„. Flott und kapriziös reichte die Palette vom Polkastil bis zu Kinder- und Studentenliedern. Aus der Feder des jungen belgischen Blasmusikkomponisten Benoit Chantry stammte „Impressions of Petra“. Spannungsreich erzählten die Musiker die Geschichte der jordanischen Ruinenstadt – heute Weltkulturerbe. Orientalische Klänge brachten Horn- und die sicher aufspielenden Flöten- und Klarinettenregister ein.

Mystische Dramatik bot auch das Stück „Die Hexe und die Heilige“. Eindringlich beschrieb es die Zeit der Hexenverfolgung. Fragiles Flötenspiel, Tubisten und harmonisierende Flügelhörner hielten die Romangeschichte im Fluss. Still wurde es im Saal nach dem Verklingen der Totenglocke. Erst danach gab es den verdienten Applaus für Steven Reinekes gut interpretiertes Orchesterstück.

Mit einem Rock-Solo von Gitarrist Johannes Kronenberger begann Stef Minnebos „Full Option“. Den Hauptpart in dieser modernen Komposition trugen Klarinettisten und Saxofon-Solist Hans Wiemer. Angepasst brachte sich auch das Orchester mit ein. Szenenapplaus.

„Zusammen musizieren heißt sich zu verstehen“, umschrieb der neue Jugendwart Manuel Jutzi die Stimmung in der KVK-Jugendkapelle „Music Masters“. Von Hornistin Dorothea Baumgart angeleitet, präsentierten sich 13 junge Spielerinnen und Spieler. Auf Kees Vlaks „Choral Nr. 9“ fiel die erste Wahl. Effektvoll wurde der Swingtitel „The Addams Family Theme“ in Szene gesetzt. Das Publikum schnippte mit den Fingern.

Subtile Einsätze forderten die Melodien aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Markante Trompeten leiteten John Williams‘ „Symphonic Marches“ ein. Sie schufen Bilder zu Filmen wie „Indiana Jones“ und „Krieg der Sterne“ oder den Eröffnungsmelodien der Olympischen Spiele. Die Musikerhymne „Music“ von John Miles war es, die Manuel Lothschütz mit packendem Gesang verfeinerte. Sonderapplaus und Zugaberufe waren die Folge.

Gehörig swingte die Moritat von „Mackie Messer“ in der Bearbeitung von Erwin Jahreis. Kurt Gäbles Udo Jürgens‘ Hits gab es im Gedenken an einen großen Entertainer. Da machte es Lust, mitzusingen.

Mit Julius Fuciks „Florentiner Marsch“ verabschiedete sich die Katholische Vereinskapelle Enkenbach.

Am Scorpions-Titel „Winds of Change„, noch einmal mit Gastsänger Manuel Lothschütz, freuten sich vor allem die jüngeren Zuhörer. Zum „Radetzky-Marsch“ dirigierte Stefan Kronenberger, bestimmten Neujahrs-Gepflogenheiten folgend, Publikum und Musiker gemeinsam.
Durch das Programm führte Heike Sprengart.