Wo Posaunen mit Trompeten wetteifern

Artikel in der RHEINPFALZ Nr. 268 vom 19.11.2014 zum Kammermusikalischen Konzert der Katholischen Vereinskapelle vom 16.11.2014.

ENKENBACH-ALSENBORN: Katholische Vereinskapelle lädt zum kammermusikalischen Konzert
VON JÜRGEN STEINMANN
Zum ersten kammermusikalischen Konzert, das dieses Mal die Registergruppen in den Vordergrund stellte, hat die Katholische Vereinskapelle Enkenbach am Volkstrauertag ins Heinrich-Brauns-Haus eingeladen. Einen erzieherischen Aspekt hatte das Musizieren in Kleingruppen nebenbei, fördert es doch Führungs- und Qualitätsbewusstsein und stärkt das Team- und Motivationsvermögen. Abwechselnd mit dem Orchester oder als Nebenstimme fungierend, ist das Register mit Literaturauswahl und Vortragsstil plötzlich auf sich alleine gestellt. Eine Herausforderung für jedes einzelne Mitglied.

Mit Giovanni Gabrielis „Canzon seconda“ begann das schon erfolgsverwöhnte Ensemble „sforZARTo“. Im klaren, intervallbestimmten Instrumentenspiel wetteiferten Trompeten (Dorothea Baumgarten, Luisa Ultes) und Posaunen (Clemens Baumgarten, David van der Auwera) miteinander.

Marschrhythmen, forciert von tiefem Blech, bot das Posaunenregister mit David van der Auwera, Clemens Baumgarten, Martin Diehl, Anja Kronenberger, Franz Sauer und Heribert Sprengart. Auf Conradin Kreutzers bekanntem Chorlied gründete „Schäfers Sonntagslied“ für Blechblasinstrumente. Aus Joseph Haydns „Schöpfung“ stammte, fugenhaft vorgetragen, das Stück „Vollendet ist das große Werk“.

Rund und verschmitzt ließen sich die Tenorhörner (Axel Baumgarten, Manuel Jutzi, Gerhard Sauer, Frank Wißmann) vernehmen. Mittelalterliche Choralmusik von Josquin Desprez und das Kinderlied „Wer will unter die Soldaten“ hörte man im einsatzfreudigen Blechbläsergewand. Die Titelmelodien aus den Filmen „Ice Castles“ und „Rocky“ von Michael Story gab es zum Abschluss.

Auf strahlend helle Klänge setzte die Trompetensektion Johannes Kronenberger, Manuel Lösch, Joachim Mertel, Bernhard Sauer jun. und Johannes Sauer. „The Prince of Denmarks March“, als Trumpet Voluntary bekannt, barg glanzvoll umspielende Finessen der englischen Hofmusik. Als Tribut an feierwütige Kerwetage und das KVK-Jubiläum entpuppte sich eine lustige „Freudenfest-Hymne“. „So ein Tag“, „Trompetenecho“, „Aus Böhmen kommt die Musik“ und andere Titel machten zum einen schon wieder Lust auf das beliebte Dorffest. Zum anderen erinnerten sie an den schönen Brauch, Registerkollegen zu runden Geburtstagen mit ihren Lieblingsliedern zu überraschen. Ein Usus, der auch das soziale Miteinander stärkt.

Dass Bläser sich als Multitalente erweisen und andere Instrumente beherrschen, ist in vielen Orchestern zu beobachten. Zunächst mit ihren Trompeten stellten sich die Flügelhornisten Dorothea Baumgarten, Maria Baumgarten, Volker Michel und Jürgen Wiemer dem Publikum vor. Zwei Sätze aus der jazzdurchfluteten Sonatine des amerikanischen Komponisten Ron Simpson (Moderato con moto und Lento) machten, dynamisch austariert, den Anfang. Felix Mendelssohn-Bartholdy vertonte die erste Zeile von Psalm 121 „Hebe deine Augen auf“. Mit höhensicherem Ton spielte es in einer Bearbeitung von Gustav Lotterer das Enkenbacher Hörnerquartett.

Zusammen mit ihrem ehemaligen Ausbilder Walter Endres traten die Klarinettisten Sebastian Burkart und Jürgen Hans Wiemer auf. Trio F-Dur op.7/3 hieß das figurenhaft und mit verschmelzenden Läufen ausgewählte Stück von Jaques Bouffil. Blumiges Klavierspiel (Jan Brach, Kaiserslautern/Mainz), aufblühendes Querflötenspiel (Elisabeth Müller, Mainz), verzierende Klarinettenlinien (Walter Endress Sebastian Burkart) trafen den Charakter von Dimitri Schostakowitschs Walzer und Drehorgelwalzer. Auch mit „Bailecito Mexicano“, einer latein-amerikanischen Impression, begeisterten die eigens aus Mainz angereisten Gäste das Publikum.

Mit Jazz- und Dixieklängen bei „Over the rainbow“, arrangiert von Ehrendirigent Werner Mistler, und der George-Gershwin-Komposition „I got rhythm“ verabschiedete sich das „Ensemble sforZARTo“.

siehe auch Amtsblatt Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Ausgabe 2014/48